Aktionen

Große lesen vor

Seit dem Schuljahr 2004/05 gibt es an unserer Schule eine Vorlese-Initiative:

 

Um bei den Kindern das Interesse an Büchern und die Freude am Lesen zu fördern, nehmen diese in regelmäßigem Abstand an einer Vorlese-Stunde teil. Damit sich die Kinder für ein Angebot entscheiden können, hängen die Vorleser:innen in der Woche vor dem Vorlesetag ein Plakat aus, auf dem das jeweilige Buch kurz vorgestellt und das Interesse der Kinder geweckt wird. Die Kinder tragen sich dann in eine entsprechende Liste ein.

 

Das Vorleseangebot ist ein Kooperationsprojekt mit den umliegenden Kindergärten. Im Rahmen des Projekts werden Erzieher:innen und Vorschulkinder zu uns in die Grundschule eingeladen. Die Kindergartenkinder können sich vorab ebenfalls für ein Buch ihrer Wahl eintragen lassen und bekommen dieses in den Räumlichkeiten unserer Schule vorgelesen. Auf diese Weise lernen die Kinder auf eine spielerische Art die Räumlichkeiten, das Schulgebäude und Kolleg:innen kennen, schnuppern „Schulluft“ und können so Sicherheit für den anstehenden Schulstart gewinnen.

Termine:
28.04.2026: 10.00-10.30 Uhr

Seit dem Schuljahr 2022/2023 öffnen wir das Vorleseangebot auch für angemeldete Vorschulkinder, die einen Kindergartenplatz außerhalb von Uckerath besitzen oder keinen Kindergarten besuchen.

 

Die Vorlesetermine für das Schuljahr 2025/2026 finden sie auch in unserem Homepagekalender!

 

Kontakte/Organisator:

Joana Ebeling: joana.ebeling@ggs-uckerath.de

Wert des Monats

Jeden Monat hat die Schule etwas, auf das wir besonders aufpassen müssen!!!

 

Das Schulparlament wählt aus den Vorschlägen der Klassen den Wert des Monats aus. Dieser wird über die Klassensprecher in den Klassen vorgetragen und gemeinsam entwickeln die Klassen ein Konzept dazu, das von den Kindern eingehalten werden soll.

 

In der nächsten Schulversammlung erfolgt die Rückmeldungen aus den Klassen über ein Smileysystem.

Wert der Monate März 2026:
„Rücksicht nehmen“

Hier einige Beispiele unserer Kinder zum Wert des Monats:

  • nicht drängeln
  • Rücksicht nehmen, wenn es jemandem schlecht geht
  • Andere respektieren
  • Kinder, die nicht so gut deutsch können, unterstützen
  • auf die Lautstärke im Klassenraum für Klassenhunde achten
  • auf kranke Menschen Rücksicht nehmen

Gedichte des Monats

Gedichte des Monats Januar

Klasse 1

 

Für den Winterabend

Wenn der Mondmann geht ums Haus,
weht der Schnee bald leiser,
nur die rote Feuermaus
huscht noch durch die Reiser.
Leiser, als die Spinne spinnt,
webt im Ofenloch der Wind
Träume schon für Vater,
Mutter, Kind und Kater.

(Christine Busta)

 

Klasse 2

 

Auf dieser Erde

Zwei Pferde gingen bekümmert
im Gänsemarsch durch den Schnee.
Sie traten in ein Gartenhaus,
das hatten sie selber gezimmert.
Dort zogen sie ihre Halfter aus
und tranken Kaffee.
Doch unter dem Deckel der Zuckerdose
fanden sie keine süßen Brocken,
fanden sie eine Herbstzeitlose
mit angezogenen Knien hocken
(sie hatte sich vor dem Frost verkrochen
und sah nun mit blasslila Augen her).
„Ich kann nicht mehr“,
sagte das eine Pferd,
„es ist alles so Winter auf dieser Erde.“

(Josef Guggenmos)

Klasse 3

 

Eislauf

Heute, Kinder, wolln wir´s wagen!
Heute wird das Eis wohl tragen!
Darum los, wer laufen kann!
Mütze auf und Schlittschuh an!

Ach, so wohlig sich zu wiegen,
Schwalben gleich dahin zu fliegen,
auf und ab im Sonnenstrahl,
blank das Eis und blank der Stahl!

Müllers Max und Schneiders Fritze
mit der braunen Pudelmütze,
wie sie schwenken und sich drehn!
Habt ihr so was schon gesehn?

Hoch das Bein und kühn im Bogen
kommen sie herangeflogen,
eins – zwei – drei und wie der Blitz.
Bums! Da liegt der Schneider Fritz!

(Adolf Holst)

 

Klasse 4

 

Winternacht

Nicht ein Flügelschlag ging durch die Welt,
still und blendend lag der weiße Schnee,
nicht ein Wölklein hing am Sternenzelt,
keine Welle schlug im starren See.

Aus der Tiefe stieg der Seebaum auf,
bis sein Wipfel in dem Eis gefror;
an den Ästen klomm die Nix herauf,
schaute durch das grüne Eis empor.

Auf dem dünnen Glase stand ich da,
das die schwarze Tiefe von mir schied;
dicht ich unter meinen Füßen sah
ihre weiße Schönheit Glied für Glied.

Mit ersticktem Jammer tastet sie
an der harten Deck her und hin.
Ich vergaß das dunkle Antlitz nie,
immer, immer liegt es mir im Sinn.

(Gottfried Keller)

Gedichte des Monats Februar

Klasse 1

Beim Geschirrabtrocknen
(Zum Schnellsprechen)
Nass nass nässer,
gut gut besser,
ich die Gabel,
du das Messer.
Hell hell heller,
schnell schnell schneller,
ich die Gläser,
du die Teller.
Nass nass nässer,
gut gut besser,
hell hell heller,
schnell schnell schneller.
Klirr Klack Klick,
Klick Klack Klirr.
Hin ist das Geschirr!
(Heinz Janisch)

 

Klasse 2

Die Dinge reden
„Ich reime mich auf Zuckerbäcker“,
sagt der alte Rasselwecker.
„Ich reime mich auf Nasenflügel“,
sagt der linke Brillenbügel.
Es brummelt stolz die Tiefkühltruhe:
„Ich reime mich auf Stöckelschuhe.“
Und die Standuhr sagt: „Merkt ihr es nicht?
Wir sind ein Gedicht!“
(Georg Bydlinski)

Klasse 3

Purer Unsinn
Der Schlampelkukuz ist halb so blau
wie ein Pflamperdiklau,
genauso groß
wie ein Strimpelchenkloß,
gut doppelt so dick
wie ein Schwachtelpraschlick,
dünner jedoch als ein Klickerschlamus.
So, nun weißt du´s!
(Hans Manz)

 

Klasse 4

Kleine Turnübung
Aufgezwackt und hingemotzt
angezickt und abgestotzt
jetzt die Kipfe auf die Bliesen
langsam butzen, tapfen, schniesen
dreimal schwupf dich knitz dich lüpf
siehstewoll – da flatzt der Büpf.
(Hans Manz)

Gedichte des Monats März

Klasse 1

Kalte Ohren
Kalte Ohren, rote Nase,
Schnupfen hat der Osterhase.

Nase läuft. Und wie! O weia!
Gibt’s nun keine Ostereier?
(Anne Steinwart)

 

Klasse 2

Unterm Rasen
Es laufen die Kinder
und raufen und spielen
und unter ihnen
im Erdreich wühlen
die Würmer, die vielen.

Doch was sie da unten
im Dunkeln, im Kühlen,
die Würmer, die vielen,
beim Wühlen fühlen –
keine Sprache beschreibt es.
Es ist ein Geheimnis und bleibt es.
(Josef Guggenmos)

Klasse 3

Das leise Gedicht
Wer mäuschenstill am Bache sitzt,
kann hören, wie ein Fischlein flitzt.

Wer mäuschenstill im Grase liegt,
kann hören, wie ein Falter fliegt.

Wer mäuschenstill im Bette lauscht,
kann hören, wie der Regen rauscht.

Wer mäuschenstill im Walde steht,
kann hören, wie ein Rehlein geht.

Wer mäuschenstill ist und nicht stört,
kann hören, was man sonst nicht hört.
(Alfred Könner)

 

Klasse 4

Er ist’s
Frühling lässt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte,
süße wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land;
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen;
horch, von fern ein leiser Harfenton! – –
Frühling, ja, du bist’s-
dich hab ich vernommen!
(Eduard Mörike)

Gedichte des Monats April

Klasse 1

Ein Riese hatte Riesenhände

Ein Riese hatte Riesenhände,
´nen Riesenkopf mit Riesenmund.
Natürlich lauter Riesenfinger und Haare
wie ein Tuschkasten bunt.
Nur eines war nicht riesengroß:
die Nase, die war menschenklein.
Und juckte es in ihr, da passten
die Riesenfinger nicht in sie hinein.
Das fand der Riese sehr gemein.

(Lutz Rathenow)

 

Klasse 2

Die Wühlmaus

Die Wühlmaus nagt von einer Wurzel
das W hinfort, bis an die –urzel.
Sie nagt dann an der hintern Stell
auch von der –urzel noch das l.
Die Wühlmaus nagt und nagt, o weh,
auch von der –urze- noch das e.
Sie nagt die Wurzel klein und kurz,
bis aus der –urze- wird ein-urz–.

Die Wühlmaus ohne Rast und Ruh
nagt von dem –urz– auch noch das u.
Der Rest ist schwer zu reimen jetzt,
es bleibt zurück nur noch ein –rz–.
Nun steht dies –rz—im Wald allein.
Die Wühlmäuse sind so gemein.

(Fred Endrikat)

Klasse 3

Eletelefon

Es war einmal ein Elefant,
der griff zu einem Telefant –
O halt, nein, nein! Ein Elefon,
der griff zu einem Telefon –
(Verflixt! Ich bin mir nicht ganz klar,
ob´s diesmal so ganz richtig war.)

Wie immer auch, mit seinem Rüssel
verfing er sich im Telefüssel;
indes er sucht sich zu befrein,
schrillt lauter noch das Telefein –
(Ich mach jetzt Schluss mit diesem Song
Von Elefuß und Telefong!)

(Laura E. Richards)

 

Klasse 4

Pampelmusensalat

Bei der Picknickpause in Pappelhusen
aß Papa mit Paul zwei Pampelmusen.
Doch bei dem Pampelmusengebabbel
purzelte plötzlich der Paul von der Pappel
mit dem Popo in Papas Picknickplatte,
wo Papa die Pampelmusen hatte.

„O Paul“, schrie Papa, „du bist ein Trampel!
Plumpst mitten in meine Musepampel –
ich wollte sagen: in die Mampelpuse –
nein: Pumpelmase – nein: Pampelmuse!“

Das gab vielleicht ein Hallo!
Die Pappeln, der Papa, der Paul und sein Po,
das Picknick, die Platte (um die war es schad´) –
das war ein Pampelmusensalat!

(Hans Adolf Halbey)

Gedichte des Monats Mai

Klasse 1

Verblühter Löwenzahn
Wunderbar
stand er da im Silberhaar.

Aber eine Dame,
Annette war ihr Name,
machte ihre Backen dick,
machte ihre Lippen spitz,
blies einmal, blies mit Macht,
blies im fort die ganze Pracht.

Und er blieb am Platze
Zurück mit einer Glatze.

(Josef Guggenmos)

 

Klasse 2

Warum sind Löwenzahnblüten gelb?
Warum sind Löwenzahnblüten gelb?
Das weiß jedes Kind.
Weil Löwenzahnblüten
Briefkästen sind.

Wer hat die Briefkästen aufgestellt?
Die grasgrüne Wiese.
Sie steckt in die Briefkästen
all ihre Grüße.

Wem werden die Grüße zugestellt?
Das weiß jedes Kind.
Briefträger sind
Biene und Wind.

(Reiner Kunze)

Klasse 3

Tiger-Jagd

Wer Lust hat, kann an Regentagen
auch hierzulande Tiger jagen.

Es lohnt zum Beispiel der Versuch
der Tigerjagd im Wörterbuch.

Dort spielt der Tiger mit den Jungen
im Quellgebiet der Steigerungen:

Ein Lus-Tiger, ein Präch-Tiger,
ein Läs-Tiger, ein Mäch-Tiger,

ein Hef-Tiger, ein Gran-Tiger,
ein Bors-Tiger, ein Kan-Tiger,

ein Kräf-Tiger, ein Saf-Tiger,
ein ganz und gar Wahrhaf-Tiger,

ein Ar-Tiger, ein Bär-Tiger,
und manchmal ein Verfer-Tiger

von Bildern und Geschichten,
der so ein Spiel erfinden kann,
von dem wir hier berichten.

Man braucht zu dieser Tigerjagd
kein Netz und kein Gewehr,

und wer ein bisschen überlegt,
der findet auch noch mehr.

(Hans Georg Lenzen)

 

Klasse 4       

Fink und Frosch

Im Apfelbaume pfeift der Fink
sein: pinkepink!
Ein Laubfrosch klettert mühsam nach
bis auf des Baumes Blätterdach
und bläht sich auf und quackt: „Ja, ja!
Herr Nachbar, ick bin och noch da!“

Und wie der Vogel frisch und süß
sein Frühlingslied erklingen ließ,
gleich muss der Frosch in rauen Tönen
den Schusterbass dazwischen dröhnen.

„Juchheija heija!“ spricht der Fink.
„Fort flieg ich flink!“
Und schwingt sich in die Lüfte hoch.
„Wat!“ – ruft der Frosch. „Dat kann ick och!“
Macht einen ungeschickten Satz,
fällt auf den harten Gartenplatz,
ist platt, wie man die Kuchen backt,
und hat für ewig ausgequackt.

(Wilhelm Busch)

Gedichte des Monats Juni

Klasse 1

Wen du brauchst
Einen zum Küssen und Augenzubinden,
einen zum lustige–Streiche-erfinden.
Einen zum Regenbogen-suchen-gehen
und einen zum fest-auf-dem-Boden-stehn.
Einen zum Brüllen, zum Leisesein einen,
einen zum Lachen und einen zum Weinen.
Auf jeden Fall einen, der dich mag,
heute und morgen und jeden Tag.

(Regina Schwarz)

 

Klasse 2

Zufall
Wenn statt mir jemand anderer
auf die Welt gekommen wär`.
Vielleicht meine Schwester
oder mein Bruder
oder irgendein fremdes blödes Luder –
wie wär´die Welt dann,
ohne mich?
Und wo wäre denn dann ich?
Und würde mich irgendwer vermissen?
Es tät ja keiner von mir wissen.
Statt mir wäre hier ein ganz anderes Kind,
würde bei meinen Eltern leben
und hätte mein ganzes Spielzeug im Spind.
Ja, sie hätten ihm sogar
meinen Namen gegeben!

(Martin Auer)

Klasse 3

Garten
Ich sitze im Garten und schweige.
Der Himmel ist blau wie das Meer.
Der Wind bewegt die Zweige,
sie schwingen leicht hin und her.

Ich bin nicht allein, denn ich sehe
den Wind, der im Kirschgeäst schaukelt,
den Schmetterling, der in der Nähe
ganz langsam vorübergaukelt.

Ich höre die Amseln und Stare.
Ich sehe die Käfer im Kraut.
Der Wind bewegt meine Haare,
die Sonne berührt meine Haut.

(Georg Bydlinksi)

 

Klasse 4

Alles kann man nicht sagen
Wenn man eine Sternschnuppe sieht,
kann man sich etwas wünschen.
Aber man darf es nicht sagen,
weil es sonst nicht in Erfüllung geht.

Wenn ich mir wünsche, dass du mich
ganz unerwartet
an dich ziehst und mir über die Haare streichst,
kann ich es nicht sagen.

Wenn ich es sagen würde
und du es dann tätest,
wäre es überhaupt nicht,
was ich mir gewünscht habe.

(Martin Auer)

Gedichte des Monats Juli

Klasse 1

Sommerregen
Die Vögel singen im Regen
wohl ihre schönsten Lieder.
Die Regentropfen und Töne
fallen wie Perlen nieder.

Sie rollen zwischen die Gräser.
Die Wurzeln saugen sie auf.
Die Blumen strömen die Lieder
als Blütenduft wieder aus.

(Dieter Mucke)

 

Klasse 2

Regen fällt vom Himmel
Regen fällt vom Himmel,
grün wird jedes Gras,
Regen fällt vom Himmel,
macht den Kindern Spaß.

Regen ist ein Besen,
fegt die Luft ganz rein,
springt auf unsre Nasen
und wäscht jeden Stein.

Sonne möchte schimmern,
´s wird was Schönes draus:
Regenbogen flimmern
über unserm Haus.

(Sarah Kirsch)

Klasse 3

Sommer
Weißt du, wie der Sommer riecht?
Nach Birnen und nach Nelken,
nach Äpfeln und Vergissmeinnicht,
die in der Sonne welken,
nach heißem Sand und kühlem See
und nassen Badehosen,
nach Wasserball und Sonnenkrem,
nach Straßenstaub und Rosen.

Weißt du, wie der Sommer schmeckt?
Nach gelben Aprikosen
nach Waldbeeren, halb versteckt
zwischen Gras und Moosen,
nach Himbeereis, Vanilleeis
und Eis aus Schokolade,
nach Sauerklee vom Wiesenrand
und Brauselimonade.

Weißt du, wie der Sommer klingt?
Nach einer Flötenweise,
die durch die Mittagsstille dringt,
ein Vogel zwitschert leise,
dumpf fällt ein Apfel in das Gras,
ein Wind rauscht in den Bäumen,
ein Kind lacht hell, dann schweigt es schnell
und möchte lieber träumen.

(Ilse Kleberger)

Klasse 4

So im Schatten liege möchte ich
So im Schatten liegen möchte ich
und den Vögeln zusehen,
wie sie mit dem Wind ihre
Pfeilspiele treiben.
In die weißen Wolken schaun
und sie bei ihren
Verwandlungskünsten ertappen.

So im Schatten liegen möchte ich
und eine Raupe bei ihrem
Mittagessen betrachten
und ihre Borsten zählen.
Die zitternden Grashalme ansehn
und beobachten,
wie sie ihre Samen fallen lassen.

So im Schatten liegen möchte ich
und spüren, wie mir die Sonne
an den Beinen hochklettert.
Zusehn, wie sich die Katze
gründlich wäscht,
und versuchen,
ob ich aus ihrer Sicht
die Welt betrachten kann.

(Erwin Moser)

Gedichte des Monats August

Klasse 1

Guten Tag

Guten Tag,
guten Tag,
guten Tag.

Warum so oft?
Weil ich dich mag!

(Georg Bydlinski)

 

Klasse 2

Ein Hase, der gern Bücher las,
fand ein dickes Buch im Gras.
Er setzte sich ins Gras und las
das dicke Buch, im Buch stand das:
Ein Hase, der gern …

(Josef Guggenmos)

Klasse 3

August
Es kommt eine Zeit
da wachsen die Bäume in den Himmel.
Die Blumen wollen so groß sein wie Bäume.
Der Himmel hoch oben hat Wolken.

Es kommt eine Zeit
da gehen Pilze durch den Wald
und schwarz gelackte Käfer.

Da ist die Sonne so heiß,
dass man sie nicht anfassen kann.

Da wächst es rot an den Sträuchern
und blau an den Gräsern.
Das sind die Tage der Beeren.

(Elisabeth Borchers)

 

Klasse 4

Sommer
Weißt du, wie der Sommer riecht?
Nach Birnen und nach Nelken,
nach Äpfeln und Vergissmeinnicht,
die in der Sonne welken,
nach heißem Sand und kühlem See
und nassen Badehosen,
nach Wasserball und Sonnenkrem,
nach Straßenstaub und Rosen.

Weißt du, wie der Sommer schmeckt?
Nach gelben Aprikosen, nach Walderdbeeren,
halb versteckt
zwischen Gras und Moosen,
nach Himbeereis, Vanilleeis
und Eis aus Schokolade,
nach Sauerklee vom Wiesenrand
und Brauselimonade.

Weißt du, wie der Sommer klingt?
Nach einer Flötenweise,
die durch die Mittagshitze dringt,
ein Vogel zwitschert leise,
dumpf fällt ein Apfel in das Gras,
ein Wind rauscht in den Bäumen,
ein Kind lacht hell, dann schweigt es schnell
und möchte lieber träumen.

(Ilse Kleebnerger)

Gedichte des Monats September

Klasse 1

Dreizehn Drachen
Vor dem Kamin stehen dreizehn Drachen,
um dort ein Feuer zu entfachen.
Immer geht das Feuer aus.
Nach Stunden finden sie heraus,
dass einer anders ist als alle:
Er spuckt Wasser und heißt Kalle.

(Andreas Röckener)

Klasse 2

Drachenfeuer

Schreckliche Sachen
machten die Drachen.
Spien Feuer,
die Ungeheuer.
Hätten wir sie nicht ausgerottet,
in Sagen und Märchen eingemottet,
sondern gezähmt und versöhnt
und an Menschen gewöhnt,
dann wären sie heut recht angenehm
als umweltfreundliches Heizsystem.

(Willi Fährmann)

Klasse 3

Goldene Welt
Im September ist alles aus Gold:
Die Sonne, die durch das Blau hinrollt,
das Stoppelfeld,
die Sonnenblume, schläfrig am Zaun,
das Kreuz auf der Kirche,
der Apfel am Baum.

Ob er hält? Ob er fällt?
Da wirft ihn geschwind
der Wind
in die goldene Welt.

(Georg Britting)

 

Klasse 4

Der Wind

In allem Frieden
schlief abgeschieden
hinter einer Hecke
der Wind.
Da hat ihn die Spitzmaus,
wie Spitzmäuse sind,
ins Ohr gezwickt.
Der Wind erschrickt,
springt auf die Hecke,
fuchsteufelswild,
brüllt,
packt einen Raben
beim Kragen,
rast querfeldein
ins Dorf hinein,
schüttelt einen Birnbaum beim Schopf,
reißt den Leuten den Hut vom Kopf,
schlägt die Wetterfahne herum,
wirft eine Holzhütte um,
wirbelt den Staub in die Höhe:
Wehe,
der Wind ist los!
Aber wo ist die Spitzmaus?
In ihrem Kellerhaus
dreht sie die Daumen im Schoß,
zufrieden und faul,
und grinst
mit ihrem frechen Maul.

(Josef Guggenmos)

Gedichte des Monats Oktober

Klasse 1

Halloween

Hexen, Teufel und Gespenster,

ziehen heut von Haus zu Haus,

schauen auch in eure Fenster

und treiben böse Geister raus.

Dafür holt ihnen zum Dank,

Süßigkeiten aus dem Schrank.

 

Klasse 2

Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
drängt die Welt nach innen.

Ohne Not geht niemand raus.
Alles fällt ins Sinnen.

Leiser wird die Hand, der Mund,
stiller die Gebärden.

Heimlich, wie auf Meeresgrund
träumen Mensch und Erde.

(Christian Morgenstern)

Klasse 3

Die Vogelscheuche

Die Raben rufen: „Krah, krah, krah!
Wer steht denn da, wer steht denn da
Wir fürchten uns nicht, wir fürchten uns nicht
vor dir mit deinem Brillengesicht.

Wir wissen ja ganz genau,
du bist nicht Mann, du bist nicht Frau.
Du kannst ja nicht zwei Schritte geh`n
und bleibst bei Wind und Wetter steh`n.

Du bist ja nur ein bloßer Stock,
mit Stiefeln, Hosen, Hut und Rock.
Krah, krah, krah!

(Christian Morgenstern)

 

Klasse 4

Oktoberlied für Kinder

Die späten Äpfel sind rot und rund,
die Trauben schwer und süß.
Oktoberwälder sind lustig bunt,
ein Pilzeparadies.

Oktoberfelder sind gut bestellt,
im Acker keimt die Saat.
Mein Drachen fliegt durch die blaue Welt
zum roten Sonnenrad.

So hoch empor, wie durch Zauberei,
wächst Turm und Haus geschwind.
Ein Kran bringt Wänden das Fliegen bei.
Das macht der Oktoberwind.

Oktoberwind wirbelt weltenweit
und macht den Himmel licht.
Die Erde hat ein lustiges Kleid
und ich ein frohes Gesicht.

(Helmut Preißler)

Gedichte des Monats November

Klasse 1

 

Abends

Abends im Bett
ist mir nicht bange:
Mama ist da,
ich hör sie noch lange.

Ich höre es rascheln –
ich glaube, sie liest.
Sie räuspert sich leise.
Jetzt hat sie geniest!

Das Telefon klingelt.
Sie redet und lacht.
Ihr Bett knarrt. –
Nun hat sie
das Licht ausgemacht.

(Ute Andresen)

 

Klasse 2

 

Sterne

Ganz weit in der Ferne
stehen am Himmel die Sterne.
Unendlich viele sind sie,
zählen kann man die nie,
auch wenn sie im Dunkeln
noch so hell funkeln.

Den großen da drüben
hab ich besonders gern.
Der ist mein Lieblingsstern.
Er bringt mir nämlich Glück.
Und winke ich ihm zu,
blinzelt er zurück.

(Hans und Monique Hagen)

Klasse 3

 

Im Bett

Der Abend kommt, die Nacht beginnt,
es ist ganz still und leise.
Im Bett liegt nun ein jedes Kind
und schläft auf seine Weise.

Manches Kind liegt auf dem Bauch,
ein andres auf der Seite auch,
manches dreht sich immerzu.
Sag mir doch: Wie schläfst denn du?

Manches Kind, das schwitzt nachts so,
manches Kind liegt wach und friert,
manches Kind muss nachts aufs Klo.
Ist dir das auch schon mal passiert?

Manches Kind träumt schlimme Sachen,
manches Kind träumt eine Kuh,
manches muss im Traum oft lachen.
Sag mir doch: Wovon träumst du?

(Paul Maar)

 

Klasse 4

 

Mondnacht

Es war, als hätt der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst.
Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis die Wälder,
so sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.

(Joseph von Eichendorff)

Gedichte des Monats Dezember

Klasse 1

 

Tannenbaum

Immergrün
steht er am Wegesrand,
reckt seine duftenden
Arme ins Land
und lässt seine Zweige mit
tausend Spitzen
nach Schneeflocken greifen,
die in der Sonne blitzen.

 

Klasse 2

 

Winterfreuden

Kalte Füße und Schnupfen sind mir einerlei,
ich wünsche mir trotzdem den Winter herbei!
Denn wenn es draußen zum ersten Mal schneit,
dann weiß ich,
das Weihnachtsfest ist nicht mehr weit.
Winter und Weihnachtsfest, Schnupfen und Nase
gehören zusammen wie Ostern und Hase.

(Knister)

Klasse 3 und 4

 

Knecht Ruprecht

Von drauß‘ vom Walde komm ich her;
ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein sitzen;
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
Und wie ich so strolcht durch den finstern Tann,
da rief’s mich mit heller Stimme an:
Knecht Ruprecht, rief es, alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alt und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
und morgen flieg ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder Weihnachten werden!
So geh denn rasch von Haus zu Haus,
such mir die guten Kinder aus,
damit ich ihrer mag gedenken,
mit schönen Sachen sie mag beschenken.
Ich sprach: O lieber Herre Christ,
meine Reise fast zu Ende ist;
ich soll nur noch in diese Stadt,
wo’s eitel gute Kinder hat.
Hast denn das Säcklein auch bei dir?
Ich sprach: Das Säcklein das ist hier;
denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
essen fromme Kinder gern.
Hast denn die Rute auch bei dir?
Ich sprach: Die Rute, die ist hier;
doch für die Kinder nur, die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten.
Christkindlein sprach: So ist es recht;
so geh mit Gott, mein treuer Knecht.
Von drauß‘ vom Walde komm ich her;
ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich’s herinnen find!
Sind’s gute Kind, sind’s böse Kind?
(Theodor Storm)